Vom kasachischen Dorf zur deutschen Schulbank: Ein Gewichtheber findet seine Berufung
Greta SchneiderVom kasachischen Dorf zur deutschen Schulbank: Ein Gewichtheber findet seine Berufung
Viktor Neufeld, ein ehemaliger Profi-Gewichtheber und heutiger Grundschullehrer, verließ in den frühen 1990er-Jahren Kasachstan, um nach Deutschland auszuwandern. Seine Familie, die zu den Russlanddeutschen zählt, suchte zunächst ein neues Leben in Nordrhein-Westfalen, bevor sie sich später in Baden-Württemberg niederließ. Obwohl er Deutschland heute als seine Heimat betrachtet, bewahrt er die Erinnerungen an seine Kindheit in Kasachstan bis heute in seinem Herzen.
Geboren im Dorf Komsomolez – heute unter dem Namen Karabalyk bekannt – in der Region Kostanay, wurde Neufeld von seinem Vater an das Gewichtheben herangeführt. Der Sport prägte seine frühen Jahre und begleitete ihn bis zum Umzug der Familie nach Deutschland. Am 6. Juni 1991 traf er mit Verwandten seines Vaters in Deutschland ein; die Familie seiner Mutter folgte zwei Jahre später.
Zwischen 1998 und 2016 war Neufeld als aktiver Sportler unterwegs und gewann zahlreiche deutsche Meistertitel. Zu seinen größten Erfolgen zählen eine Silbermedaille bei den Junioren-Europameisterschaften sowie ein 11. Platz bei den Weltmeisterschaften 2011 in Paris, wo er persönliche Bestleistungen aufstellte. Noch heute ist er dem Sport verbunden und hält den Titel des Deutschen Meisters in der Altersklasse der 40- bis 45-Jährigen.
Obwohl er nicht plant, dauerhaft nach Kasachstan zurückzukehren, spricht Neufeld mit warmer Stimme über seine alte Heimat. Er vermisst die Einfachheit des Lebens dort, die unberührte Natur und den starken Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Mittlerweile hat er seinen Beruf im Lehramt gefunden und ist stolz auf seine Arbeit als Grundschulpädagoge.
Neufelds Weg – vom kleinen kasachischen Dorf bis zur Lehrertätigkeit in Deutschland – steht für Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit. Noch immer verbindet er seine Leidenschaft für das Gewichtheben mit seinem Engagement für die Bildung. Zwar ist Deutschland längst seine neue Heimat geworden, doch die Erinnerungen an seine frühen Jahre in Kasachstan bleiben ihm unauslöschlich verbunden.






