14 June 2026, 12:04

Nastassja Kinski und der Streit um Wenders' problematische Filmszene

Die Unheimliche Hat Viele Seiten

Nastassja Kinski und der Streit um Wenders' problematische Filmszene

Eine langjährige Debatte über eine umstrittene Szene in Wim Wenders’ Film Die falsche Bewegung aus dem Jahr 1975 ist erneut aufgeflammt. Nastassja Kinski, die in dem Film mit 13 Jahren halb nackt zu sehen war, hatte jahrelang auf deren Entfernung gedrängt. Die Diskussion gewann erst an Fahrt, nachdem Wenders ihren Wunsch öffentlich abgelehnt hatte – und damit eine breitere Auseinandersetzung mit dem problematischen Erbe des Films auslöste.

Kinskis Bemühungen, die Szene streichen zu lassen, stießen zunächst auf wenig Resonanz. Doch die Debatte verschärfte sich, als sich Publikum und Branchenvertreter mit der Frage konfrontiert sahen, wie man mit solchem Material verantwortungsvoll umgehen soll. Einige schlugen vor, Hinweise oder erläuternde Anmerkungen als Übergangslösung einzufügen, während viele eine tiefgreifendere und nachhaltigere Sensibilisierung für das Thema forderten.

An der Diskussion beteiligten sich auch andere Schauspielerinnen, die in jungem Alter ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Brooke Shields, die in Pretty Baby eine elfjährige Kindesprostituiere spielte, äußerte später Unbehagen, wenn sie ihre Rolle rechtfertigen sollte. Jodie Foster hingegen sprach stets mit Humor und Gelassenheit über ihre Kinderrolle in Taxi Driver. Auch Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst meldeten sich zu Wort und betonten die Verantwortung des Publikums dafür, wie Filme wahrgenommen werden.

Die Meinungen darüber, wie mit solchen Inhalten umgegangen werden soll, bleiben gespalten. Manche sind der Ansicht, dass Filme ohne Verlust ihres künstlerischen Werts bearbeitet werden können, andere bestehen auf der Bewahrung der Originalfassungen. Kinskis Vorgehen lenkte die Debatte jedoch in eine sachlichere Richtung – weg von der Skandalisierung hin zu einer reflektierteren Auseinandersetzung mit der Sexualisierung von Minderjährigen im Kino.

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Wenders entschuldigte sich schließlich bei Kinski und zog Die falsche Bewegung vorerst aus dem Verkehr. Dieser Schritt hat die Diskussion vorläufig beruhigt, doch die grundsätzliche Frage, wie künstlerische Integrität und ethische Bedenken in Einklang zu bringen sind, bleibt unbeantwortet. Die Entfernung des Films unterstreicht die anhaltende Herausforderung, historische Werke im Licht heutiger Maßstäbe zu bewerten.

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