30 October 2025, 16:10

Thüringen: Ausbildungsplätze gehen zurück, Unternehmen passen ihre Rekrutierung an

Eine Dampflokomotive auf Schienen unter einem dunklen Himmel.

Unternehmen melden 700 weniger Ausbildungsplätze - Anzahl der Bewerber steigt - Thüringen: Ausbildungsplätze gehen zurück, Unternehmen passen ihre Rekrutierung an

In Thüringen ist die Zahl der Ausbildungsplatzanmeldungen für 2024 rückläufig – Unternehmen führen wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Marktunsicherheiten als Gründe an. Gleichzeitig steigt jedoch die Zahl der Bewerber mit Migrationshintergrund, und Arbeitgeber setzen zunehmend auf innovative Rekrutierungsstrategien. Von Oktober 2024 bis September 2025 meldeten Unternehmen rund 11.500 Ausbildungsplätze an – 700 weniger als im Vorjahr und 1.500 weniger als noch 2023. Dieser Rückgang wird auf die wirtschaftliche Rezession sowie strukturelle Umbruchsprozesse zurückgeführt, die zu Arbeitsplatzverlusten führen, die nicht konjunkturbedingt sind, sondern durch technologischen Wandel und den Bedarf an Weiterqualifizierung der Belegschaften getrieben werden. Obwohl die Gesamtzahl der Bewerber auf 7.900 stieg, blieben Ende September etwa 600 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Das Verhältnis von Bewerbern zu gemeldeten Stellen lag bei 70 zu 100. Einige Betriebe boten weniger Plätze an, da sie Bedenken hatten, geeignete Kandidaten zu finden. Auffällig ist der deutliche Anstieg der Bewerber mit ausländischen Wurzeln: Ihre Zahl kletterte um 20 Prozent auf 1.000, wobei die meisten aus Syrien und der Ukraine stammen. Thüringer Arbeitgeber setzen mittlerweile vermehrt auf gezielte Rekrutierungsmethoden wie Social Media, Mitarbeiterempfehlungen und Berufsmessen statt auf klassische Stellenausschreibungen. Besonders gefragt waren bei den jungen Bewerbern die Berufe Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Kfz-Mechatroniker und Kaufmann/-frau für Büromanagement. Trotz des Rückgangs bei den angemeldeten Ausbildungsplätzen zeigt der Thüringer Arbeitsmarkt Anzeichen von Widerstandsfähigkeit. Unternehmen passen ihre Rekrutierungsstrategien an, und ausländische Bewerber besetzen zunehmend freie Stellen. Dennoch suchen noch immer rund 600 junge Menschen einen Ausbildungsplatz – ein Zeichen dafür, dass die Region weiterhin Unterstützung und innovative Ansätze in der Ausbildungslandschaft braucht.

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