Tillschneider provoziert mit Umdeutung der deutschen Schuldgeschichte
Im Mai 2026 begann Tillschneider mit der Anerkennung der Befreiung selbst, deutete die totale militärische Niederlage Deutschlands jedoch als Verlust „weiter deutscher Kulturlandschaften“. Die berühmte Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aus dem Jahr 1985 – ein Grundpfeiler der deutschen historischen Aufarbeitung – bezeichnete er als „geistige Kapitulation“. Stattdessen griff er die Rhetorik der Neuen Rechten auf und beschrieb die Nachkriegsgedächtniskultur als „absurde Schuldkultur“ und „imaginäre Kollektivschuld“.
Er argumentierte, die Deutschen hätten sich im Nachhinein mit den Siegermächten solidarisiert, um dem eigenen Verantwortungsbewusstsein zu entgehen. Unter Rückgriff auf Franz Josef Strauß kritisierte Tillschneider die Vorstellung einer „ewigen Vergangenheitsbewältigung als dauernde Buße“. Seine Vision forderte stattdessen eine „normale deutsche Identität“ und eine Zukunft, die von Stolz statt von Reflexion geprägt sei.
Der AfD-Politiker beharrte darauf, dass der Ansatz seiner Partei nicht zu intellektueller Isolation führe. Vielmehr biete er den Weg in eine „stolze Zukunft“ für das Land.
Tillschneiders Äußerungen spiegeln das umfassendere Bestreben der AfD wider, die historische Erzählung Deutschlands umzudeuten. Durch die Ablehnung etablierter Deutungen von Schuld und Verantwortung stellt die Partei weiterhin die Grundlagen des Nachkriegsgedächtnisses infrage. Die Rede unterstreicht ihre anhaltenden Bemühungen, die nationale Identität nach eigenen Maßstäben neu zu definieren.






