21 March 2026, 00:10

Vom Tabu zur Akzeptanz: Wie Sexpuppen die Gesellschaft verändern

Ein Buch mit dem Titel "Die queere Seite der Dinge" mit vier illustrierten FrauenGesichtern auf dem Cover.

Vom Tabu zur Akzeptanz: Wie Sexpuppen die Gesellschaft verändern

"Queere Perspektiven auf Sexpuppen: Vom Tabu zur Akzeptanz"

Ein kürzlich stattgefundener taz Queer Talk brachte die Kulturwissenschaftlerin Susanne Regener und Moderator Jan Feddersen zusammen, um über die sich wandelnde Rolle von Sexpuppen in der Gesellschaft zu diskutieren. Die von Queer Nations e.V. organisierte Veranstaltung beleuchtete, wie diese Objekte im Laufe des letzten Jahrhunderts vom Tabuthema zur gesellschaftlichen Anerkennung gefunden haben.

Regener, emeritierte Professorin der Universität Siegen, forscht seit Langem zu marginalisierten Gruppen und visueller Kultur. Ihre jüngsten Arbeiten untersuchen die Verbindungen zwischen Sexpuppen, künstlicher Intelligenz und sogar der symbolischen Macht der menschlichen Hand.

Erste Sexpuppen tauchten Anfang des 20. Jahrhunderts auf, mit frühen Modellen in Deutschland und Japan. Damals galten sie als abweichend oder schändlich. Im 21. Jahrhundert hat sich das Bild gewandelt: Heute werden sie als Begleiter oder therapeutische Hilfsmittel vermarktet – nicht mehr versteckt, sondern offen angeboten.

Auch die Branche selbst hat sich grundlegend verändert. Was einst ein schattiges Geschäft war, ist heute ein milliardenschwerer Markt. Fortschritte in der Silikontechnologie und der Online-Handel – vor allem in den USA, Japan und China – haben dieses Wachstum vorangetrieben. Regener zeichnet diese Entwicklung nach und zeigt, wie mediale Darstellungen die öffentliche Wahrnehmung geprägt haben.

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Doch Regener geht es nicht nur um die Puppen selbst. Ihre aktuellen Projekte befassen sich mit größeren Themen: etwa den emotionalen Bindungen, die Menschen zu KI aufbauen, oder der kulturellen Bedeutung von Berührung. Diese Ideen stellen traditionelle Vorstellungen von Intimität und Technologie infrage.

Die Diskussion machte deutlich, wie Sexpuppen tiefgreifendere Veränderungen in Technologie, Handel und gesellschaftlichen Einstellungen widerspiegeln. Einst stigmatisiert, besetzen sie heute einen komplexen Raum zwischen Partnerschaft, Therapie und Konsum. Regeners Forschung hilft, diese Schichten zu entschlüsseln – und bietet neue Wege, menschliche Beziehungen im digitalen Zeitalter zu verstehen.

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