Wartburgkreis diskutiert kreative Lösungen für die Zukunft seiner Dörfer
Tim LangWartburgkreis diskutiert kreative Lösungen für die Zukunft seiner Dörfer
Über 60 Vertreterinnen und Vertreter aus dem Wartburgkreis trafen sich kürzlich, um die Zukunft ländlicher Gemeinden zu diskutieren. Die unter dem Motto 'Die Zukunft der ländlichen Räume' stehende Konferenz konzentrierte sich darauf, Dörfer durch Zusammenarbeit und Innovation zu stärken, damit sie aktuelle Herausforderungen bewältigen können. Die Teilnehmenden tauschten Ideen aus, wie die Region nachhaltiger und attraktiver für ihre Bewohnerinnen und Bewohner gestaltet werden kann.
Die Veranstaltung begann mit Diskussionen zu zentralen Themen des ländlichen Raums, darunter die Umnutzung leerstehender Gebäude, die Stärkung regionaler Versorgungsketten und die Unterstützung älterer Menschen, um ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen. In Workshops wurden zudem Energielösungen und sozialer Zusammenhalt behandelt – die Teilnehmenden entwickelten dabei konkrete Ansätze für die Praxis.
Landrat Dr. Michael Brodführer verwies auf Steinbach als Erfolgsbeispiel: Das Dorf, das in den 1990er-Jahren noch mit einer Arbeitslosenquote von 90 Prozent kämpfte, hat sich seitdem zu einem Vorbild für die Revitalisierung ländlicher Regionen entwickelt. Ein weiterer Höhepunkt war Creuzburg, bekannt für seine industrielle Vergangenheit und historische Wahrzeichen wie die Schwesterburg der Wartburg und Deutschlands älteste Natursteinbrücke. Die Stadt wird im Mai 2026 im Rahmen einer Studienreise gemeinsam mit der SPES Baden-Württemberg besucht, um gelungene Beispiele für ländlichen Wandel zu präsentieren.
Johannes Brandl stellte den Weg Schlierbachs vom Niedergang zur regionalen Entwicklungsdrehscheibe vor. Sein Vortrag betonte, wie bürgerschaftliches Engagement und Zusammenarbeit das Schicksal des Dorfes wendeten. Auf der Konferenz wurde zudem eine Exkursion zur SPES Zukunftsakademie in Schlierbach (Oberösterreich) angekündigt, die im Mai 2026 stattfinden soll, um von erfolgreichen ländlichen Projekten zu lernen.
Den Abschluss bildete ein 'Markt der Möglichkeiten', auf dem die Teilnehmenden Projektideen austauschten und Fördermöglichkeiten erkundeten. Im Mittelpunkt stand dabei, Herausforderungen in umsetzbare Pläne für ein stärkeres und widerstandsfähigeres Wartburgkreis zu verwandeln.
Die Konferenz unterstrich, dass ländliche Gemeinden durch gemeinsames Handeln und kreative Lösungsansätze gedeihen können. Mit geplanten Besuchen in Vorbildergemeinden wie Creuzburg und Schlierbach im Jahr 2026 verließen die Teilnehmenden die Veranstaltung mit klareren Vorstellungen für eine nachhaltige Entwicklung. Gleichzeitig wurde betont, wie wichtig kontinuierliche Zusammenarbeit ist, um Fördergelder zu sichern und lokale Initiativen umzusetzen.
