Windkraftausbau in Südwestthüringen: Proteste gegen neue Vorranggebiete in der Rhön
Tim LangWindkraftausbau in Südwestthüringen: Proteste gegen neue Vorranggebiete in der Rhön
Öffentliche Sitzung des Regionalen Planungsverbands Südwestthüringen in Suhl – Windkraftausbau stößt auf Protest
In Suhl fand am Mittwoch eine öffentliche Sitzung des Regionalen Planungsverbands Südwestthüringen (RPV) statt. Im Mittelpunkt stand die Abstimmung über einen Entwurf für die Ausweisung von Windenergiezonen in der Region. Vor dem Veranstaltungsort versammelten sich rund 150 Demonstranten zu einer schweigenden Protestkundgebung gegen die Pläne.
Der Entwurf, der mit großer Mehrheit angenommen wurde, sieht eine deutliche Ausweitung der Flächen für Windkraft vor. Gleichzeitig formierte sich Widerstand aus der Bevölkerung, die um die Auswirkungen auf das Landschaftsbild besorgt ist.
Die Sitzung begann mit der Abstimmung über die zweite Fassung des Regionalplans Südwestthüringen. Diese Version weist 40 Vorranggebiete für Windenergie aus, darunter sieben im Biosphärenreservat Rhön. Eine bemerkenswerte Änderung betrifft die Umbenennung der ehemaligen Windvorrangzone 4 "Bornkopf" in Windvorrangzone 14 "Salzunger Berg bei Weilar".
Vor der Sitzung hatten sich etwa 150 Demonstranten aus der Rhön zu einem stillen Protest zusammengeschlossen. Viele gehörten zur Bürgerinitiative Stadtlengsfeld gegen Windräder im Wald (BI). Trotz des ungünstigen Wochentags und der Anreiseschwierigkeiten zeigte die Gruppe Präsenz, um ihre Bedenken gegen die Pläne zu äußern.
Im Saal würdigte Landrat Michael Brodführer (CDU) vom Wartburgkreis, der den RPV leitet, die Protestierenden. Bei der Abstimmung sprach sich jedoch eine deutliche Mehrheit von 21 Mitgliedern für den Entwurf aus. Nur zwei Stimmen – Landrat Robert Sesselmann (AfD) aus dem Landkreis Sonneberg und der parteilose Schalkauer Bürgermeister Mark Schwimmer – lehnten ihn ab.
Der beschlossene Plan sieht eine erhebliche Ausweitung der Flächen für Windenergie vor: Die ausgewiesenen Zonen wachsen von bisher 0,15 auf 1,7 Prozent der Regionalfläche, was etwa 6.900 Hektar entspricht. Nun folgt eine achtwöchige öffentliche Anhörung zu den Plänen, die am 18. Mai beginnt.
Mit der Annahme des Entwurfs rücken 40 neue Windvorranggebiete in Südwestthüringen in die Umsetzung – sieben davon liegen in der Rhön, wo der Widerstand besonders groß ist. Die Bevölkerung hat acht Wochen Zeit, Stellungnahmen abzugeben, bevor der Plan endgültig beschlossen wird.






