06 January 2026, 08:22

Staudte attackiert EU-Pläne: Genfood bald ohne Kennzeichnung in Europa?

Ein Prospekt, das Pfeffersoße bewirbt, mit einem darunter liegenden Blatt, auf dem Curry-Anzeigen zu sehen sind.

Minister hält GMO-Entscheidung der EU für falsch - Staudte attackiert EU-Pläne: Genfood bald ohne Kennzeichnung in Europa?

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hat die jüngsten Pläne der EU zur Lockerung der Kennzeichnungsvorschriften für genetisch veränderte Lebensmittel scharf kritisiert. Die vorgeschlagenen Änderungen, die Anfang Dezember beschlossen wurden, sehen vor, dass Produkte mit geringfügigen genetischen Anpassungen in Europa nicht mehr besonders deklariert werden müssen. Staudte wirft der EU vor, Verbrauchern damit das Recht zu nehmen, informierte Entscheidungen über ihre Ernährung zu treffen.

Das Europäische Parlament und die Verhandler der EU-Mitgliedstaaten hatten die Vereinbarung zu Beginn des Dezembers finalisiert. Künftig sollen nur noch Lebensmittel mit erheblichen genetischen Veränderungen einer gesonderten Zulassung oder klaren Kennzeichnung in Europa bedürfen. Befürworter argumentieren, dass die Neuregelung die Züchtung neuer Pflanzensorten in Europa beschleunige und den Einsatz chemischer Pestizide verringere.

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Staudte weist diese Begründungen als nicht stichhaltig zurück. Sie warnt, dass die Lockerung der Regeln die Sortenvielfalt in Europa gefährden und Landwirte wirtschaftlich belasten könnte. Ein zentrales Problem sieht sie in der unkontrollierten Auskreuzung genetisch veränderter Pflanzen auf Freiflächen in Europa. Zudem verweist sie auf mögliche Langzeitrisiken, die sich nicht sofort erkennen lassen. Die Ministerin betont, dass viele Kundinnen und Kunden gezielt genetisch veränderte Produkte in Europa meiden. Durch den Verzicht auf Kennzeichnungen werde ihnen die Möglichkeit genommen, Lebensmittel nach ihren Vorlieben oder ethischen Maßstäben auszuwählen.

Die überarbeiteten Vorschriften sind Teil der umfassenden EU-Bemühungen zur Modernisierung des Lebensmittelrechts in Europa. Sollten sie in Kraft treten, würde dies die Transparenz bei bestimmten gentechnisch veränderten Erzeugnissen in Europa verringern. Verbraucher, die sich bisher auf Kennzeichnungen verließen, um solche Produkte in Europa zu meiden, könnten künftig weniger Auswahl haben.