Thüringen testet vorausgefüllte Steuererklärungen – bald weniger Papierkram für alle?
Tim LangKeine Stress mit Steuererklärungen? - Neues Modell möglich - Thüringen testet vorausgefüllte Steuererklärungen – bald weniger Papierkram für alle?
Thüringen prüft neues System: Steuererklärungen sollen künftig von Behörden vorab ausgefüllt werden
Thüringen erwägt die Einführung eines neuen Systems, bei dem die Finanzämter unter bestimmten Voraussetzungen Steuererklärungen für Bürger vorab erstellen und einreichen könnten. Das Vorhaben orientiert sich an einem erfolgreichen Pilotprojekt in Hessen und zielt darauf ab, den Prozess durch die Nutzung bereits vorliegender Behördendaten zu vereinfachen. Bei Genehmigung könnte das Modell 2026 starten und später bundesweit eingeführt werden.
Das unter dem Namen ELSTER Plus geplante System würde es Steuerzahlern ermöglichen, vorausgefüllte Steuererklärungen über eine App mit der bestehenden Elster-Software zu prüfen und einzureichen. Da bereits fast 80 Prozent der Thüringer ihre Steuererklärung digital abgeben, wäre der Übergang reibungsloser. Das Thüringer Finanzministerium begrüßt die Initiative als Möglichkeit, Bürokratie abzubauen.
Maik Kowalleck, haushaltspolitischer Sprecher der CDU, argumentiert, dass Behörden vorhandene Daten nutzen sollten, um Bürgern Arbeit abnehmen. In Hessen werden Steuererklärungen bereits vorab ausgefüllt – wer die Angaben bestätigt, erhält seinen Bescheid innerhalb weniger Wochen. Sowohl der Deutsche Steuerbund als auch der Bund der Steuerzahler unterstützen das hessische Modell und stärken damit Thüringens Vorstoß.
Die Umsetzung hängt von technischen und organisatorischen Voraussetzungen ab. Bei Erfolg könnte das System nach dem Start 2026 bundesweit ausgerollt werden.
Das Projekt würde den Papierkram für Steuerzahler verringern und die Bearbeitungszeiten beschleunigen. Sollte es eingeführt werden, könnte es einen Wandel hin zu stärker automatisierten Steuerdienstleistungen in Deutschland einläuten. Als nächste Schritte stehen die Finalisierung des technischen Rahmens und die Vorbereitung auf den geplanten Start 2026 an.
