08 January 2026, 12:14

Tragischer Tod nach Gewalt: Vier Jugendliche vor Gericht wegen Totschlags durch Unterlassen

Linke Seite zeigt ein Gemälde einer Waffe und Kugeln mit begleitendem Text und Linien; rechte Seite zeigt Gemälde von Kugeln, Text und Linien.

Prozess um den Tod eines 23-Jährigen - Keine Öffentlichkeit - Tragischer Tod nach Gewalt: Vier Jugendliche vor Gericht wegen Totschlags durch Unterlassen

Vier Jugendliche müssen sich seit dieser Woche vor dem Landgericht Meiningen in Südthüringen wegen des Todes eines 23-jährigen Mannes verantworten. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht eine gewaltsame Auseinandersetzung, die damit endete, dass das Opfer in einem Bach ertrank. Die Verhandlung findet unter strengen Datenschutzauflagen statt – für die Angehörigen des Getöteten, die nach Antworten suchen, ist dies eine frustrierende Situation.

Der Vorfall ereignete sich nach einem Streit zwischen dem Opfer und den Angeklagten. Laut Staatsanwaltschaft griff die Gruppe den Mann mit Pfefferspray, einem Gürtel und wiederholten Tritten an. Seine Verletzungen in Kombination mit einer Alkoholisierung führten dazu, dass er das Bewusstsein verlor und in einem nahegelegenen Bach ertrank.

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Den Jugendlichen wird nun Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen. Die Ermittler werfen ihnen vor, dem Verletzten keine Hilfe geleistet und keinen Notruf abgesetzt zu haben. Stattdessen sollen sie seinen Zustand verschleiert und ihn bewusst im Wasser zurückgelassen haben. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da das Gericht den Jugendschutz für anwendbar hält – der Getötete galt rechtlich noch als junger Erwachsener. Diese Entscheidung verbietet nicht nur die Teilnahme von Medien und Zuschauern, sondern auch die öffentliche Bekanntgabe des Urteils Ende Februar. Der Vater und die Schwester des Opfers haben sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen. Eine Tante der Familie kritisierte die nicht-öffentliche Verhandlung scharf und forderte Transparenz sowie Aufklärung. Sie besteht darauf, dass die Angehörigen das Recht haben, die vollständige Wahrheit über die Geschehnisse jener Nacht zu erfahren.

Die Verhandlungen ziehen sich bis Ende Februar hin, wobei alle Sitzungen und das abschließende Urteil unter Ausschluss der Öffentlichkeit bleiben. Das Verfahren wird entscheiden, ob die Angeklagten wegen Totschlags durch Unterlassen verurteilt werden. Für die Familie des Opfers bietet der Prozess – wenn auch unter eingeschränkten Bedingungen – die Möglichkeit, die Umstände seines Todes zu verstehen.