Verkehrsminister attackiert Deutsche Bahn: „Fertigstellung 2050 ist eine Farce“
Matteo WolfWo engt es auf der Hannover-Hamburg-Bahnstrecke, Herr Tonne? - Verkehrsminister attackiert Deutsche Bahn: „Fertigstellung 2050 ist eine Farce“
Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne hat die Deutsche Bahn und die Bundesregierung scharf für die Verzögerungen bei der Modernisierung der Bahnstrecke Hannover–Hamburg kritisiert. Die vorgeschlagene Fertigstellung bis 2050 bezeichnete er als inakzeptabel und forderte schnellere Lösungen, um die chronische Überlastung und Verspätungen auf der Strecke zu beheben.
Die Verbindung Hannover–Hamburg zählt zu den am stärksten befahrenen Strecken Deutschlands: Täglich nutzen etwa 245 Züge Gleise, die ursprünglich für nur 185 ausgelegt waren. Tonne wirft der Deutschen Bahn vor, sich auf Bundesebene nicht ernsthaft an Gesprächen über Verbesserungen zu beteiligen – obwohl Niedersachsen konkrete Vorschläge vorgelegt habe.
Statt auf den Neubau zu warten, der Schätzungen zufolge zwischen 8,8 und 14,1 Milliarden Euro kosten soll, pocht der Minister auf Sofortmaßnahmen. Der frühestmögliche Fertigstellungstermin 2050 sei "viel zu spät", so Tonne. Zudem kritisierte er die unklare Finanzplanung angesichts der stark schwankenden Kostenschätzungen. Zwar unterstützen Hamburg, Hannover, Lüneburg und der Landkreis Lüneburg den Neubau, doch Tonne verlangt vom Bund konkrete Schritte. Er forderte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) auf, klar Position zu beziehen und über den Bau neuer oder die Sanierung bestehender Strecken hinausgehende Lösungen zu prüfen.
Tonnes Kritik unterstreicht die Dringlichkeit, eine Strecke zu entlasten, die unter Verspätungen und Überlastung leidet. Während lokale Behörden das Projekt befürworten, rückt nun in den Fokus, ob die Bundesregierung die Planung beschleunigt oder kurzfristige Entlastung schafft. Die Forderungen des Ministers setzen sowohl die Deutsche Bahn als auch Berlin unter Zugzwang, schneller zu handeln.
