Der Durchsetzer: DB-Chef Palla im Amt seit 100 Tagen - 100 Tage Evelyn Palla: Kann sie die Deutsche Bahn retten?
Evelyn Palla steht nun seit 100 Tagen an der Spitze der Deutschen Bahn. Ihre Aufgabe: den angeschlagenen Bahnkonzern zu reformieren. Erste Schritte konzentrieren sich auf Pünktlichkeit, Sauberkeit und die Kommunikation mit den Fahrgästen.
Kritik gibt es nach wie vor, doch wichtige Vertreter der Bahnbranche loben bereits ihren Ansatz. Gleichzeitig unterstützt die Bundesregierung ihre Pläne mit Milliardeninvestitionen und politischer Rückendeckung.
Pallas erste Monate standen im Zeichen der Stabilisierung der drängendsten Probleme der Deutschen Bahn. Sie hat die Verbesserung der Zugpünktlichkeit, die Sauberkeit in den Bahnhöfen und die Fahrgastinformation priorisiert. Gleichzeitig läuft eine umfassende Umstrukturierung: Geplant ist der Abbau von etwa 30 Prozent der Führungspositionen im Konzern sowie 43 Managementstellen.
Verantwortung wird stärker auf regionale Manager verlagert, die künftig direkt für Servicequalität und Leistungsziele geradestehen müssen. Damit sollen Entscheidungsprozesse beschleunigt und Bürokratie abgebaut werden. Die Bundesregierung hat umfangreiche finanzielle Unterstützung zugesagt: Allein in diesem Jahr fließen rund 23 Milliarden Euro in das Schienennetz. Für 2026, das zum "Jahr der großen Generalüberholung" erklärt wurde, sind weitere groß angelegte Modernisierungen geplant. Die Mittel stammen aus einem Sondervermögen des Bundes, das durch zusätzliche Schulden gestützt wird.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat Pallas Reformen öffentlich unterstützt. Ihre Agenda deckt sich mit seinen eigenen Prioritäten, darunter sofortige Verbesserungen bei Sicherheit, Sauberkeit und Fahrgastkommunikation. Die politische und finanzielle Rückendeckung des Ministers gibt den anstehenden Veränderungen Stabilität.
Die Reaktionen aus der Bahnbranche fallen gemischt aus. Branchenvertreter wie Dirk Flege von Allianz pro Schiene und Cosima Ingenschay von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) begrüßen die Reformen. Kritisch äußern sich hingegen Konkurrenten im Güterverkehr, etwa Neele Wesseln vom Verband der Privaten Güterbahnunternehmen. Trotz der Fortschritte räumt Palla ein, dass tiefgreifendere Herausforderungen noch Jahre in Anspruch nehmen werden. Das Ausmaß der Aufgabe erfordert langfristiges Engagement.
Die Umstrukturierung der Deutschen Bahn ist nun in Gang – mit Milliardeninvestitionen und politischer Unterstützung im Rücken. Regionale Manager übernehmen mehr Verantwortung, während für 2026 große Infrastrukturprojekte anstehen. Der Erfolg der Reformen wird von anhaltenden Anstrengungen in den kommenden Jahren abhängen.
