16 January 2026, 11:05

Deutschland schützt jetzt auch Handwerkskunst mit geografischer Herkunftsangabe

Eine 16. Jahrhundert-Karte von Deutschland mit Illustrationen von Menschen, Booten und anderen Gegenständen, begleitet von Text.

Violinen und Porzellan: Schutz für regionale Industrieprodukte - Deutschland schützt jetzt auch Handwerkskunst mit geografischer Herkunftsangabe

Deutschland erweitert seinen Schutz für regionale Produkte über Lebensmittel und Getränke hinaus. Ab diesem Freitag können auch Handwerks- und Industrieerzeugnisse den Status einer geschützten geografischen Angabe (g.g.A.) erhalten. Die Maßnahme folgt einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2023, die Deutschland nun in nationales Recht umgesetzt hat.

Die neuen Regeln ermöglichen es Herstellern, Produkte wie Mittenwalder Geigen, Nymphenburger Porzellan oder Ravensburger Brettspiele registrieren zu lassen. Diese Artikel ergänzen eine Liste von 39 deutschen Kandidaten, die in einer EU-Studie identifiziert wurden – darunter Schweinfurter Kugellager, Oberammergauer Holzschnitzereien und Gräfenrodaer Gartenzwerge.

Bisher galt der EU-Schutz in Deutschland nur für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Alkoholika wie Allgäuer Käse, Lübecker Marzipan oder bayerisches Bier. Nun können auch Industrie- und Handwerkswaren dieselben rechtlichen Garantien erhalten. Dies soll traditionelles Know-how bewahren und lokale Arbeitsplätze sichern. Anträge werden zunächst beim Deutschen Patent- und Markenamt in München eingereicht. Bei Genehmigung leitet dieses sie an das Europäische Amt für geistiges Eigentum zur endgültigen Anerkennung weiter.

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Allein Bayern hat sieben potenzielle Kandidaten, darunter Hutschenreuther-Porzellan und Gablonzer Schmuck. Weitere bekannte Produkte, die für den Schutz infrage kommen, sind Kölner Eau de Cologne, Erzgebirgische Holzfiguren und optische Erzeugnisse aus Wetzlar. Das neue System tritt offiziell am 1. Dezember 2025 in Kraft.

Ziel des erweiterten Schutzes ist es, Arbeitsplätze zu sichern und regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken. Hersteller können ihre Produkte nun nach den neuen Regeln anmelden und so sicherstellen, dass traditionelles Handwerk anerkannt und rechtlich abgesichert bleibt. Das Verfahren eröffnet einer größeren Bandbreite deutscher Waren die Chance auf EU-weiten Schutz.