Erich von Dänikens skandalumwitterte Karriere: Von NS-Kontakten zum Bestsellerautor
Matteo WolfErich von Dänikens skandalumwitterte Karriere: Von NS-Kontakten zum Bestsellerautor
Erich von Däniken erlangte 1968 mit seinem umstrittenen Buch "Erinnerungen an die Zukunft" weltweite Bekanntheit. Darin behauptete er, Außerirdische hätten die Erde einst besucht und die menschliche Zivilisation geprägt. Seine Thesen – darunter die Behauptung, Außerirdische hätten die Pyramiden von Gizeh erbaut – lösten eine globale Debatte aus.
Doch sein Weg zum Erfolg war alles andere als geradlinig. Eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung, geheime Zusammenarbeit mit einem ehemaligen NS-Journalisten und spätere Verbindungen zu einem rechtsextremen Verlag prägten seine Karriere.
Von Dänikens erstes Buch entstand in enger Zusammenarbeit mit Wilhelm Utermann, einem ehemaligen NS-Journalisten, der unter dem Pseudonym Wilhelm Roggersdorf schrieb. Utermann überarbeitete das Manuskript so grundlegend, dass ihm ein Drittel der Tantiemen zugesichert wurde. Als "Erinnerungen an die Zukunft" im Februar 1968 erschien, druckte der Econ Verlag zunächst nur 6.000 Exemplare – ein unscheinbarer Anfang für einen späteren Bestseller.
Der Durchbruch kam rasant. Als von Däniken 1969 nach 18 Monaten Haft wegen Steuerhinterziehung aus einem Schweizer Gefängnis entlassen wurde, war er bereits ein vermögender Mann. Seine Thesen – etwa die Behauptung, die Bundeslade sei ein außerirdisches Kommunikationsgerät gewesen – faszinierten Leser weltweit. Ab 2003 wechselte er den Verlag und arbeitete vor allem mit dem Kopp Verlag in Rottenburg zusammen. Sein erstes Buch bei ihnen, "Jäger verlorenen Wissens", erschien noch im selben Jahr. Mehrere Quellen beschreiben den Kopp Verlag seitdem als esoterischen Verlag mit rechtsextremen Tendenzen.
Von Dänikens Karriere vereinte kommerziellen Erfolg mit anhaltender Kontroverse. Sein frühes Werk, geprägt von einem ehemaligen NS-Redakteur, wurde trotz bescheidener Anfangsauflage zum Bestseller. Später fügte seine Zusammenarbeit mit einem Verlag aus dem rechtsextremen Milieu seinem umstrittenen Erbe eine weitere Facette hinzu.
