Hartmut Rosa warnt: Algorithmen ersticken unser echtes Leben
Hartmut Rosa warnt: Algorithmen ersticken unser echtes Leben
Der Soziologe Hartmut Rosa warnt, dass das moderne Leben unter starren Regeln und Algorithmen seine Lebendigkeit verliert. In seiner jüngsten Kritik argumentiert er, dass Menschen heute nicht mehr als autonome Wesen, sondern bloß als ausführende Organe agieren – gefangen in einer Welt der "parametrischen Optimierung" und endloser Rankings. Diese Sorge spiegelt eine breitere kulturelle Unruhe wider, die sich selbst in Werbeslogans wie "Leben Sie nur – oder sind Sie wirklich am Leben?" niederschlägt.
Rosa beschreibt die heutige Gesellschaft als eine, in der das Leben auf "kontrollierbare Konstellationen" reduziert wird. Alles – von der Arbeit bis zur Freizeit – wird in messbare Kennziffern zerlegt, sodass kaum noch Raum für Spontanität bleibt. Diese "konstellative Reduktion", so Rosa, nährt ein tiefes Gefühl der Lustlosigkeit, in dem sich Menschen nicht mehr als aktive Gestalter des eigenen Lebens wahrnehmen.
Seine Thesen knüpfen an eine lange Tradition bürgerlicher Entfremdungstheorien an, die den Verlust des "echten Lebens" durch zunehmende Rationalisierung beklagen. Doch Rosas Lösung – die Rückeroberung von Handlungsfähigkeit durch Konzepte wie Jugaad (ein Hindi-Begriff für erfinderisches Improvisieren) und Jetinho (eine brasilianische Idee von schlauer Anpassungsfähigkeit) – stößt auf Widerspruch. Kritiker werfen ihm vor, sein Ansatz romantisiere vormoderne Ganzheitlichkeit und biete einen trügerischen Ausweg aus der Zersplitterung der Moderne. Manche sehen in seinem Werk Ideologie in Reinform: eine Mischung aus Kritik, Ressentiment und vagen Heilsversprechen. Andere bemerken, dass Rosas Argumente, sobald er konkrete Politik berührt, überraschend mit rechtspopulistischen Abrechnungen zur liberalen Ordnung harmonieren.
Unbestritten ist jedoch die Resonanz seiner Themen. Ein Möbelhersteller wirbt mit dem Slogan "Leben Sie nur – oder sind Sie wirklich am Leben?", der – ähnlich wie der berühmte Claim von Red Bull – genau jenes Sehnen nach Authentizität aufgreift, das Rosa diagnostiziert. Doch sein Aufruf, das "wahre Selbst" durch tägliche Einbindung zurückzugewinnen, bleibt abstrakt – unklar ist, wie ein solcher Wandel tatsächlich gelingen soll.
Rosas Diagnose einer durch Algorithmen und Regularien ausgehöhlten Gesellschaft trifft einen Nerv. Seine Vorschläge jedoch stoßen auf Skepsis, weil sie mystische Untertöne tragen und eine Abkehr von Aufklärungswerten riskieren könnten. Die Debatte um sein Werk offenbart damit eine Spannung: zwischen dem Verlangen nach Sinn in einer vermessenen Welt und der Gefahr, diesen in Nostalgie oder vereinfachten Alternativen zu suchen.
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