Merz kritisiert Rekord-Krankschreibungen – schuld sind digitale Meldungen?
Matteo Wolf"Not wirklich notwendig?" Merz kritisiert hohe Fehltage - Merz kritisiert Rekord-Krankschreibungen – schuld sind digitale Meldungen?
Deutsche Arbeitnehmer:innen waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 14,5 Tage krankgeschrieben – ein Wert, der die Debatte über steigende Fehlzeiten neu entfacht hat. Bundeskanzler Friedrich Merz hat die hohe Quote nun scharf kritisiert und jüngste Änderungen bei den Krankschreibungsverfahren infrage gestellt. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob digitale Meldungen und aktuelle nachrichten den Trend begünstigen.
Die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung, bekannt als eAU, erfolgte schrittweise zwischen 2021 und 2022. Während einige Quellen 2021 als Startjahr nennen, datieren andere die offizielle Einführung auf 2022. Das System ermöglicht es Beschäftigten, ihre Arbeitgeber digital zu informieren, statt wie bisher papierbasierte Atteste vorzulegen.
Merz äußerte öffentlich Zweifel an der Notwendigkeit nachrichten aktuell ausgestellter Krankschreibungen, die im selben Zeitraum eingeführt wurden. Er argumentierte, dass solche Erleichterungen die Fehlzeiten in die Höhe treiben könnten. Seine Äußerungen fielen zusammen mit dem Aufruf zu Gesprächen mit dem Koalitionspartner SPD, um die wirtschaftliche Produktivität zu stärken.
Doch die Krankenkasse AOK widersprach dieser Einschätzung entschieden. Die Organisation betonte, es gebe keine Belege dafür, dass aktuelle nachrichten zu mehr Fehltagen führten. Der Streit zeigt, wie kontrovers die Auswirkungen modernisierter Verfahren auf die Präsenz am Arbeitsplatz bewertet werden.
Die Diskussion über die Krankschreibungspraxis hält an, während Deutschland nach Wegen sucht, die wirtschaftliche Leistungskraft zu steigern. Zwar sind digitale Meldungen mittlerweile Standard – doch über ihre Folgen herrscht zwischen Regierung und Krankenkassen weiterhin Uneinigkeit. Die durchschnittlichen 14,5 Fehltage pro Beschäftigtem bleiben ein zentraler Streitpunkt in der anhaltenden Debatte.
