Mario Voigt unter Druck: Zwölf verpasste MDR-Sitzungen – trotz voller Bezahlung
Mario Voigt unter Druck: Zwölf verpasste MDR-Sitzungen – trotz voller Bezahlung
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt gerät erneut in die Kritik – diesmal wegen seiner Rolle im Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Aus offiziellen Unterlagen geht hervor, dass er zwischen März 2024 und Anfang 2026 säumig war: Alle zwölf Sitzungen in diesem Zeitraum ließ er aus. Trotz seiner Abwesenheit bezog er weiterhin die monatliche Aufwandsentschädigung für das Amt.
Die Affäre spitzt sich zu, da Voigts Behauptungen über Hybrid-Sitzungen im Widerspruch zu einer Stellungnahme der Staatskanzlei stehen. Demnach fanden in dieser Zeit überhaupt keine solchen Treffen statt – was weitere Zweifel an seiner Rechenschaftspflicht aufkommen lässt.
Voigt war bereits vor seiner Wahl zum Ministerpräsidenten in den MDR-Rundfunkrat berufen worden. Ein Rücktritt von diesem Gremium war rechtlich nicht vorgeschrieben, doch seine durchgehende Abwesenheit sorgt für öffentliche Empörung.
Der Rat tagte vierteljährlich, doch Voigt nahm in fast zwei Jahren nicht ein einziges Mal teil. Seine Erklärung, die Sitzungen hätten im Hybrid-Format stattgefunden, wurde von der Landesregierung widerlegt. Die Behörden bestätigten, dass seit März 2024 keine Hybrid-Termine abgehalten wurden.
Die aktuelle Kontroverse reiht sich ein in eine Serie von Vorwürfen gegen Voigt – darunter ein Plagiatsvorwurf –, die die Forderungen nach mehr Transparenz verschärfen. Bürger fragen sich zunehmend, ob die bloße Einhaltung gesetzlicher Vorgaben für einen Ministerpräsidenten ausreicht. Der Druck wächst, die Anwesenheitslisten vollständig offenzulegen und eine klare parlamentarische Stellungnahme abzugeben.
Im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte stehen Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Viele argumentieren, dass ein Amt wie dieses mehr erfordert als die Erfüllung minimaler rechtlicher Pflichten – besonders dann, wenn Steuergelder im Spiel sind.
Die Bestätigung der Landesregierung lässt kaum Spielraum für Interpretationen: Voigt fehlte bei jeder Sitzung, während er weiterhin die Entschädigung erhielt. Das Fehlen von Hybrid-Terminen untergräbt zudem seine früheren Aussagen.
Ohne weitere Aufklärung wird der Streit voraussichtlich anhalten. Eine lückenlose Offenlegung der Anwesenheitsprotokolle und eine offizielle parlamentarische Erklärung bleiben entscheidend, um die wachsende Verunsicherung in der Bevölkerung zu beenden.
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