04 March 2026, 20:29

Neues Apothekengesetz: vdek begrüßt Reformen, warnt aber vor Kostenrisiken

Ein blauer Hintergrund mit wei├čer Schrift und einem Logo, das "19 Millionen Amerikaner werden sch├Ątzungsweise 400 USD pro Jahr an Arzneikosten sparen" lautet.

Neues Apothekengesetz: vdek begrüßt Reformen, warnt aber vor Kostenrisiken

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat zum Entwurf des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) Stellung genommen und begrüßt zwar einige Reformen, äußert jedoch Bedenken hinsichtlich finanzieller und struktureller Risiken. Der Gesetzentwurf sieht höhere Notdienstpauschalen und mehr Flexibilität für Filialapotheken vor, doch der Verband warnt vor Maßnahmen, die das System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zusätzlich belasten könnten.

Bisher erhielten Apotheken für Standard-Notdienste 10 Euro und in Sonderfällen bis zu 20 Euro. Der neue Entwurf erhöht diese Sätze auf 15 bzw. 30 Euro, um die finanzielle Situation der Apotheken zu entlasten. Der vdek unterstützt diese Anpassung, besteht jedoch darauf, dass die Mehrkosten aus den ungenutzten Rücklagen in Höhe von 540 Millionen Euro des Fonds für pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) gedeckt werden müssten.

Kritisch sieht der Verband die geplante Abschaffung der Null-Retaxationen, da dies die wirtschaftlichen Sicherungsmechanismen in den bestehenden Rahmenverträgen schwächen würde. Zudem lehnt er die Ausweitung der Entscheidungsbefugnis von Apotheker:innen bei der Arzneimittelsubstitution ab – mit der Begründung, dass dies in Zeiten knapper Haushalte zu höheren Ausgaben für die GKV führen könnte.

Obwohl der vdek das vorgeschlagene Modell der Selbstverwaltung bei Vergütungsverhandlungen befürwortet, betont er die Notwendigkeit klarer Regelungen, um übermäßige Kosten zu vermeiden. Abgelehnt werden hingegen verbindliche gesetzliche Definitionen für pharmazeutische Direktleistungen (pDL), da die bestehenden Rahmenverträge bereits ausreichend Flexibilität für die Arzneimittelversorgung böten. Stattdessen fordert der Verband die Auflösung des pDL-Fonds, um die langfristige Finanzierung der Notdienste zu sichern.

Die Stellungnahme des vdek zeigt eine ambivalente Haltung: Zwar werden höhere Notdienstpauschalen und die Flexibilisierung von Filialapotheken begrüßt, doch warnt der Verband vor destabilisierenden Effekten durch erweiterte Substitutionsregeln und unklare Finanzierungsfragen. Letztlich wird der Erfolg des Gesetzes davon abhängen, wie es gelingt, Kostendämpfung und verbesserte Apothekenleistungen in Einklang zu bringen.

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